4.2.08
Fassaden

Was tut Frau am besten, wenn sie in einen Kerl verliebt ist, der es vorzieht mit ihrer Kollegin zusammen zu sein?

Richtig, ihn einfach so gut wie möglich zu ignorieren und unbewusst böse Blicke zuwerfen, auf die er dann aber, im Gegensatz zu meinen mehr als rein freundschaftlichen Gefühlen ihm gegenüber, empfindlich reagiert, besser gesagt gekränkt.

Und wenn er einen darauf aufmerksam macht, was dann? Na was wohl, auf böse Blicke folgen patzige -zickige- Antworten, die er dann noch sensibler aufnimmt und Schmollen als Folge tragen.

Es ist immer das Gleiche, wir senden absichtlich Signale an unsere Mitmenschen, durch Körpersprache, oder durch unterschwellige Bemerkungen, wahrgenommen werden aber meistens nur diejenigen, die wir unbewusst von uns geben, und eigentlich zu verbergen suchen.

Freunde, die sich nach dem aktuellen Stand der Beziehung erkunden werden mit einem: „Wer? Kenn ich nicht! oder „der Typ interessiert mich einen Scheiss“ abgespeist. Die uns daraufhin für unsere Gefasstheit bewundern, vielleicht sogar mit einem kleinen Anflug von Neid. Was uns einmal mehr verdeutlicht, wie oft wir dieses Spiel schon mitgemacht haben, um eben unsere Signale zu übertönen, wir schaffen es bereits, diejenigen die uns nahe stehen, mit unserer makellos, weiss gestrichenen Fassade hinters Licht zu führen, da diese dahinter ein intaktes, sauber geordnetes Leben, statt der tatsächlich verwahrlosten, Einsamkeit vermuten.

So es ist schon wieder Zeit für mich die sich vermehrenden kleinen schwarzen Risse zu übermalen.

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posted by Sophiemotion @ 21:57   0 comments
30.9.07
Bla bla bla....
Warum neigen manche von uns dazu, alles Unwichtige was sie zu erzählen wissen, stets mit offensichtlich noch unnötigeren Details zu beschmücken?
Egal welches Thema die Konversation beinhaltet, es wird zusätzlich mit nervenzehrenden Kommentaren disktutiert, um sich natürlich jedesmal darin zu verfangen, und dem Gespräch das Genick zu brechen was sich dann etwa so anhört: und ääääääh......

Und ääääh was dann? Hast du dein Gegenüber einzig mit deinen anödenden Ausführungen ausser Gefecht gesetzt, und dessen Schweigen als stille Annahme gewertet? Ja wunderbar, wirklich interessant, es wird wahrscheinlich wohl nicht an deiner Überzeugungskraft gelegen haben, dass keine Reaktionen folgten, aber das sei dahingestellt.

Das Traurige ist, dass wir genau dann, wenn wir dieses Gelaber ertragen müssen, wie paralysiert dasitzen. Es ist die einzige Option ein Blutbad zu vermeiden, und dem andern gleichzeitig jede Chance zu nehmen, unser gestörtes Verhalten mit pseudopsychologischer Denkweise zu analysieren.
Nein, wir können nicht weg. Wir sind an den Stuhl gefesselt, werden gefoltert, und wünschen uns nichts mehr, Gott möge den Redner mit Charakter, oder falls dies zu viel verlangt ist, Stummheit segnen.

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posted by Sophiemotion @ 20:02   0 comments
26.9.07
Ist es verwerflich, eine Person, die wir mögen absichtlich von uns zu drängen, indem wir ihr negative Dinge über uns erzählen, die gar nicht wahr sind, nur aus Angst, wir könnten uns verlieben?
Natürlich ist es der belogenen Person gegenüber unfair, doch wollen wir sie dadurch vor unserem Gefühlschaos bewahren. Aber vor allem wollen eines: uns selbst schützen. Schützen vor einer Enttäuschung, und die Angst davor, gar nicht erst entstehen zu lassen, denn eine Z
urückweisung ist um ein Vielfaches leichter zu akzeptieren, als geliebt, und anschliessend verstossen zu werden.

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posted by Sophiemotion @ 21:49   1 comments
18.9.07


Wenn eine Frau, anfang 40, in prikären Lagen unfähig ist ihre Beherrschung zu halten, darf sie wohl kaum von einem halb so alten Mädel erwarten, dass diese es kann?!

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posted by Sophiemotion @ 22:14   4 comments
8.8.07
Die eigene Freiheit hört dort auf, wo die des anderen beginnt.

Einfach zu verstehen. Für manche jedoch schwer umzusetzen.
Natürlich soll man für seine Ziele kämpfen, und nichts unversucht lassen, sie zu erreichen.
Deswegen Menschen leiden zu lassen, die man liebt, ist mit Sicherheit der falsche Weg.
Nichts in der Welt kann so wertvoll sein, dass es sich auszahlt, dieses Opfer zu vollbringen. Nicht einmal um eine geliebte Person zu halten.

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posted by Sophiemotion @ 22:24   0 comments
7.8.07
Wiedersehen macht (manchen) Freude
Am Bahnhof auf Gleis 1 und 2:

Er: Hey!
Sie: Hallo.
Er: Ich kenn dich, du hast früher mal neben mir gewohnt.
Sie: Du erinnerst dich also. Ich war grad mal so(zeigt mit der flachen Hand zum Knie)
Er: Genau! Du dich ja auch?!
Sie: Ja. Du hast mich 'mal verhau'n.
Er: Oh! Echt? (peinliches Lächeln) Scheisse ist das lange her! Wo wohnst du jetzt?
Sie: Am ander'n Ende der Stadt.
Er: Gib mir deine Nummer!
Sie: Nööö.
(Zieht schmunzelnd zum letzten Mal an ihrer Zigarette und bläst ihm den Rauch zu.)
Er steht mit verdattertem Gesicht da.
Der Zug auf Gleis 2 fährt ein.
Hält.
Hektisches Aussteigen. Hektisches Einsteigen.
Abfahrt.
Er steht immer noch da und schaut dem Zug nach.

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posted by Sophiemotion @ 20:29   1 comments
6.8.07
Einmal ist keinmal, zweimal.....
Was hat mich dazu veranlasst den gestrigen Beitrag zu posten?

Die meisten ahnen es schon, ein Arschloch. Richtig, aber ein ganz besonderes, ich gehe jetzt nicht weiter darauf ein, da es abgesehen von mir sowieso niemanden interessiert, und es pure Zeitverschwendung ist sich noch weiter mit solch einem Exemplar von Mensch zu beschäftigen. Da ich nunmal Sophie bin, kann ich es trotzdem nicht vollständig unterlassen hier nochmal Öl ins Feuer zu giessen.

Also Fehler passieren jedem und man kann aus ihnen lernen. Es gibt aber auch Leute, die von dieser Gruppe ausgeschlossen sind, bei denen sich dieselben Fehler immer wiederholen. Eigentlich ist ja jedermann selbst dafür verantwortlich, ob er eine Lehre aus seinem Verhalten zieht oder nicht. Wenn aber andere für die Dummheit derer büssen müssen, die einfach nicht einsehen wollen, wann man es gut sein lassen sollte, und einfach mal die Fresse halten, Rücksicht nehmen, indem man sein Verhalten überdenkt, wandelt sich meine Stimmung von gelassen auf extrem gereizt was man für gewöhnlich an meiner leicht aggressiver Wortwahl erkennt. Ironischerweise reagieren darauf immer die Verursacher meiner Laune besonders verwundert. Um weitere Nerven zu schonen, und mögliche Eskalationen zu verhindern, ist der beste Weg, diese Personen einfach zu meiden, und sie mit Gleichgültigkeit dafür zu strafen, noch immer nichts gelernt zu haben.

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posted by Sophiemotion @ 22:33   3 comments
3.8.07
A long long time ago, i can(not) still remember...
Es tut immer wieder gut, in den Genuss eines Treffens mit alten Freunden zu kommen.
Man trifft sich, freut sich natürlich, redet eine scheinbare Ewigkeit miteinander, um dann zu Hause festzustellen, immer noch nicht zu wissen, was sich im Leben der anderen Person zwischenzeitlich bewegt hat, weil man fast ausschliesslich in "früher" und "weisst du noch als..." Sätzen gesprochen hat. Aber es geht auch anders, wie wir beide es heute Abend getan haben, natürlich kamen die obig genannten Klassiker auch vor, jedoch schwelgten wir nicht nur nostalgisch in Erinnerungen an die alten Zeiten. Nein, wir liessen es uns nicht nehmen, ebenfalls über das Hier und Jetzt, sowie die Zukunft zu plaudern. Diese Momente, in denen wir gleichzeitig genüsslich unseren Sex on the Beach in der Happy Hour schlürfen , sind einfach nur vollkommen. Nur beschäftigt mich dafür, statt der obigen Frage, die folgende: Warum verlieren wir uns nach diesen Treffen wieder so schnell aus den Augen? Andererseits, ist dies unbedeutend, solange wir pflegen, diese mit einer gewissen Regelmässigkeit zu wiederholen.

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posted by Sophiemotion @ 01:27   1 comments
7.7.07
Es gibt Konfrontationen die wir stets zu vermeiden, oder wenigstens hinaus zu zögern versuchen.

Wir verschieben das Aufräumen des Kellers genauso gerne auf morgen, wie den Termin beim Zahnarzt auf nächste Woche, unser gesundes Ernährungs-und Sportprogramm, den Besuch bei den Eltern. Kleinigkeiten, die uns nur ein Minimum an Zeit kosten, aber die uns nicht wichtig genug erscheinen, um sie zu erledigen. Obwohl wir eigentlich wissen, dass sie längst überfällig sind. Ja wir verbinden Konfrontationen meist mit negativen Erlebnissen. So habe auch ich versucht, das Gespräch mit einer Kollegin niemals zu führen, um meinem Ärger und Frust hier in kränkenden Posts, die sich zwar an der Wahrheit orientieren, jedoch meist recht übertrieben sind, Platz zu verschaffen. Falls Mademoiselle das liest, möchte ich mich an dieser Stelle bei ihr dafür entschuldigen. Doch möchte ich auch festhalten, dass ich zu meinen Äusserungen stehe, und ich mir es die ganze Zeit egal war, ob sie es liest oder nicht.
Eigentlich wollte ich sogar, dass sie zufällig auf mein Blog stösst, weil ich dachte nicht über die Möglichkeit zu verfügen, mit ihr selbst darüber zu sprechen.
Jetzt, da sie es offenbar gelesen hat, ist mir klar, wie dämlich diese Annahme war. Es wäre viel leichter gewesen, hätte ich ihr von Anfang an gesagt, dass ich sie für eine blöde Tussi halte, dann hätte sie die Chance gehabt, mir zu sagen, dass ich mich irre. Ja ich weiss, gerade ich sollte und kann hier nicht den Moralapostel spielen, ist mir alles bewusst. Ich finde nur, dies ist ein Paradebeispiel um zu zeigen, wir alle sollten direkter mit -vermeintlichen- Problemen umgehen, auf sie zusteuern und sie bewältigen.
Es kommt nur auf die Art und Weise an, wie wir den Fall angehen.

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posted by Sophiemotion @ 23:59   0 comments
28.6.07
S' Chunnt wiä's muäss
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Daher fällt es uns oft schwer, gewisse Dinge einfach von heute auf morgen zu unterlassen. Wir lassen immer einen Rest Kaffee in der Tasse, wir lassen unseren Krempel herumliegen, wir vergessen den Müll runterzubringen.
Solche kleinen Banalitäten bringen uns nicht um, und schaden uns auch sonst nicht weiter.

Aber wenn es um Gewohnheiten in zwischenmenschliche Beziehungen geht ist alles viel komplexer und problematischer.

Ich sehe also Päärchen frisch verliebt, oder schon lange glücklich miteinander Hand in Hand, knutschend auf der Parkbank wie auch immer. Nicht dass ich denen ihr Glück missgönne, im Gegenteil, denn es wäre kindisch und unfair. Abgesehen davon hatte ich selbst lange genug dieses Privileg, bin abgehärtet und nehme das ganze Rumgeschlecke ohnehin nicht mehr hunderprozentig war.
Trotzdem überkommt mich beim Anblick von Päärchen, ein unwohles Gefühl. Ich werde panisch und will flüchten.
Ich komme mir vor wie der letzte Idiot, weil mir scheint, dass es alle irgendwie schaffen, ihre Beziehungen zu erhalten, nur ich nicht. Ich bin beziehungsuntauglich.
Sophie du hattest fast 2 Jahre den selben Freund und ihr ward meistens glücklich.
Ob, das was heissen mag? Ich schwelge wieder in Erinnerungen. Breche ab und sehe nach vorn.
Vielleicht sollte ich im Bezug auf Männer, einfach mal eine Weile abstinent bleiben.
Oder doch einfach den Rat von Charlie Sheen befolgen:

Die beste Art, über einen Mann hinwegzukommen ist, sich unter einen anderen zu legen.

Aber momentan scheint mir dieser Gedanke weniger sinnvoll.

Was solls, es kommt, wie's muss.

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posted by Sophiemotion @ 20:41   0 comments
28.5.07
We Are Family
Viele von uns tun sich in gewissen Angelegenheiten schwer. Ich durfte mich heute einmal mehr, in einer der schwierigsten üben.
Eine peinliche Situation zu meistern. Meistens schlage ich mich hierbei ganz gut. Handelt es sich um Klopapier an meinem Absatz, meinen verschmierten Lippenstift oder wie ich jemanden beim Nasenpopeln erwischt habe. Aber das wäre zu einfach gewesen.
Nein diesmal war es ungewohnt, etwas worin ich kaum Erfahrung vorweisen kann: Familenabendessen. Eine völlig gebräuchliche Sache. So denkt man. Aber wie wir alle wissen, können sie sich manchmal als extrem anstrengend und frustrierend entpuppen. Die Teller waren gefüllt, alle Anwesenden bester Laune. Dann kommt unerwartet eine weitere Person hinein. Es ist nicht irgendwer. Es ist der Mann der Gastgeberin, der gerade erst am heutigen Morgen ausgezogen war, jedoch hatte er seine Jacke in seiner, jetzt ehemaligen, Wohnung vergessen. Nach einer trockenen Begrüssung beiderseits, und dem Fragen nach aller Befinden welches sich überraschenderweise bei allen als "gut, gut" erwies, war es dann soweit. Die Luft brannte. Der Rauch verursachte bei mir Übelkeit. Ich geriet in Atemnot. Ich habe das Gefühl eine Ewigkeit den Blick auf meinen Teller gerichtet zu haben, nichts zu hören. Doch ich irre mich. Es ist nur die Stimmung, welche an ihrem Tiefpunkt angelangt ist. Peinliches Schweigen.
Kein Kauen kein Schlucken.
Kein klirrendes Besteck.
Verabschiedung.
Er geht.
Einige analysieren ihr Verhalten und Entschuldigen sich deswegen.
Ich nehme meinen Teller, stelle ihn in die Spülmaschine.
Das Essen nimmt seinen Lauf.
Ich trinke mein Glas leer.
Unauffällig verlasse ich den Raum.


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posted by Sophiemotion @ 00:46   0 comments
18.5.07
Zugfahrt

Ich befinde mich in einem Zug.
Abfahrtsort, das Ungewisse. Ziel, Klarheit.
Reisedauer, unbekannt.

Ich fahre nun schon seit etlichen Jahren mit.
Bis anhin, hielt der Zug nur einige Male kurz an, um einige Leute ein oder aussteigen zu lassen. Manche von ihnen standen mir nahe, setzten sich zu mir, wir leisteten uns gegenseitig Gesellschaft um uns die Fahrt zu verkürzen. Und uns gemeinsam an den schönen Landschaften zu erfreuen und dann wieder ablenken, wenn wir durch heruntergekommene Gegenden fuhren, in denen es zu viele eklige Kurven gab. Andere konnte ich nicht ausstehen, und ich duldete sie nicht in meinem Abteil und schmiss sie über kurz oder lang raus.

Nun muss ich mit ansehen, wie jemand von ihnen auf dem Gleis steht.

Jemand der mir sehr nahe steht.

Die Person hatte mich über längere Zeit begleitet. Ich hatte bemerkt, dass sie schon vor längerem ausgestiegen war, da diese Fahrt nicht ihren Vorstellungen entsprach. Der Zug fuhr ihr nicht schnell genug, es bestanden keine aussergewöhnlichen Gefahren, keine Aufregung. Kein Nervenkitzel. Ich hätte es verhindern müssen, blieb jedoch sitzen.

In der Ferne hört man schon das Rattern auf den Schienen. Sie steht immer noch dort. Regunglos. Ohne ein Anzeichen von Angst, Panik zu sterben, geschweige denn flüchten wollen ehe es zu spät ist. Es scheint, als ob sie darauf wartete, ja als ob sie genau weiss was ihr bevor steht, es ist ihr nur egal.

Anfangs versuche ich noch mit Schreien die Person zur Flucht zu bewegen. Doch es ist sinnlos und ich weiss es. Sie hört mich nicht. Sie will mich nicht hören.

Ich schleisse die Augen.

Für lange Zeit.

Die warmen Sonnenstrahlen, welche eindringlich auf die Scheiben knallen, bewegen mich dazu meine Lider sanft anzuheben. Schliesslich öffne ich die Augen. Ich weiss nicht wie lange ich so verweilt war. 1 Minute, eine Woche, ein Jahr? Eine halbe Ewigkeit. Ich kann es beim besten Willen nicht sagen. Ich benötige einen Moment um mich zu fassen und um mich an das Vergangene zu erinnern. Da fällt mir wieder dieser leere Blick ein, der mich sofort wieder erschaudern lässt. Ob dessen Atem noch irgendwo existiert oder womöglich durch den Kontakt mit dem rasenden Gefährt jäh beendet wurde? da ich wegsah, bin ich unfähig dies zu sagen. Mir bleibt nichts weiter als zu warten. Warten, dass dieser Mensch wieder vor mir steht. Hoffen, dass er mir von seiner Auszeit erzählt, den vielen Dingen die er fernab meiner Reise erlebt hat. Warten darauf, dass ich vergesse, wie er aussah, als ich ihn das letzte Mal sah, dass der kalte, gleichgültige Blick und die boshaften Worte verschwunden sind, da die Reise ohnehin weiter geht. Sollte ich aussteigen, müsste ich nie mehr einen solchen Anblick erleiden müssen, doch würde ich nie erfahren, wohin ich gekommen wäre, hätte ich mich entschieden, die Fahrt zu beenden. Es gibt noch so vieles das ich sehen möchte, von dem ich ahne, ja sogar spüre, dass es irgendwo in der Ferne auf mich wartet. Ich weiss, dass ich nicht gehen darf.

Denn um zu leben, muss ich bleiben.

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posted by Sophiemotion @ 01:09   2 comments
1.5.07
Von der Kunst des Talents

Talente sind etwas positiv angesehenes. Jeder hat irgendein Talent.

Fussball spielen, singen, tanzen, putzen, zeichnen. Doch dass sind nur 0815 Eigenschaften die heute nicht mehr so hoch angesehen werden wie beispielsweise dieses hier: Vorwürfe an alle und jeden zu verstreuen. Oh ja, darin sind die Meisten gut. Unsere eigenen Fehler vertuschen, indem wir anderen ein schlechtes Gewissen machen, ihr Ego zum Teufel jagen und unseres dafür gewaltig pushen. Oh ja, wir sind wahre Künstler. Jeder von uns ist ein Picasso oder Miro, auf individuelle Weise talentiert. Die einen von uns schmücken ihre Portraits mit der schmutzigen Vergangenheit ihrer angeblichen Freunde, und konfrontieren sie dann mit dieser, bei der Übergabe des vollendeten Bildes. Die anderen finden gefallen daran, jedes Fettnäpfchen, akribisch genau auf die Staffelei zu bringen. Mancher von uns findet es amüsant über die, für einen selbst utopischen erscheinenden, Träume des Kollegen zu spotten, mit vielen bunten Details vor Augen halten, dass man stärker ist als der Empfänger des Gemäldes, der ja doch immer nach unserer Nase tanzt, weil er uns unterlegen ist.

Oh ja, wir sind wahre Künstler, und Workaholics noch dazu, können es kaum erwarten, unseren Aquarellen durch all die Fehler und Makel der anderen Ausdruck zu verleihen.

Irgendwann besitzt jeder von uns so viele Meisterwerke, dass er eine eigene Galerie eröffnen könnte, mit Arbeiten, die gar nicht von uns stammen. Ich werde dann wahrscheinlich zu denen gehören die jedes einzelne dieser Bilder packen, vor der Haustür des Malers klopfen, und beim Öffnen derselbigen, statt eines “Hallo“ das Präsent über dessen Kopf zu ziehen, um anschliessend zufrieden, mit einem schmunzelnden Lächeln auf den Lippen die Strasse hinunterzuschlendern. In gutem Wissen, dass der Maler, sofern er wieder bei Bewusstsein ist, noch eine ganze Weile meine immer kleiner werdende Rückseite anstarrt.

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posted by Sophiemotion @ 21:46   1 comments
23.4.07
Familienfeste erweitern stets meinen kulturellen und sozialen Horizont.
Diesmal war es die Erst Kommunion meiner Cousine.
Jung trifft auf alt.
Schlank und sportlich, auf dick und träge.
Extrovertiert auf Introvertiert.
Büroschnepfe (ich) auf Marilyn Manson oder Bill von Tokio Hotel Double (ja, er hatte auch diese monströse Kontaktlinse und tonnenweise schwarzen Kajal)
Nicht zu vergessen hetero auf homosexuell, und konservativ auf progressiv.
Es gab eine Gemeinsamkeit: die Vorliebe für ein volles Campari Orange, Sekt oder Weinglas in der Hand, und ,erstaunlicherweise, thailändisches Schlemmen. Soviel zum Vortag, den wir in der Wohnung meiner Tante verbrachten, um anschliessend in ein popliges Hotel abzusteigen.

Ich hatte mich auf einen absolut öden Samstagabend eingestellt, den ich mehr oder weniger, alleine mit einem Buch verbringen würde, um anschliessend um 23 Uhr schlafen zu gehen, da der Weckdienst am nächsten morgen für 7.30 Uhr geordert war.

Doch ich hatte mich geirrt. Da meine liebe Verwandschaft in einer bescheidenen Wohnung, in einem noch winzigeren Vorort von Ludwigsburg residieren, dachte sich mein Onkel, dass wir nach Stuttgart fahren könnten, und uns dort vor dem sonntäglichen Grauen ordentlich die Kante geben. Gesagt getan.
Ich befand mich also am folgenden Morgen im Frühstücksraum der etwas militärisch geleiteten Pension wieder. (Das in drohendem Ton gestellte Angebot: "Kaffee?" schlug ich dankend aus.) Mein Hungergefühl wurde durch den um 2.30 Uhr geexten Baccardi Cola gehemmt.
Ehe ich es mich versah stand ich auch schon in einer viel zu engen, überfüllten Kirche und wartete sehnlichst darauf, einen Blick auf meine Cousine, leicht narzischtisch mit ihrem überteuerten Kleid, werfen zu können. Vergebens. Ich konnte 3 Momente zählen: Cousine betritt die Kirche. Cousine läuft zum Altar. Cousine verlässt die Kirche.
Natürlich flitzten wir alle so schnell wie möglich hinterher, wo uns dann auch schon der Sektempfang erwartete (und weiter geht's...)
Jedoch muss ich noch anmerken, dass ich nie zuvor einen so lockeren Erst Kommuinon-Gottesdienst gesehen habe. (als ehemalige Ministrantin kann ich da mitreden)
Dann folgte das Übliche. Essen. Alkohol. Es hagelt Gelaber von konservativen Tanten auf mich: "Ach Sie reden mit mir, 'tschuldigung, was sagten Sie?" "Nein ich nehme keine Drogen."
Natürlich musste mein Onkel alle noch über meine nächtliche Begegnung mit einem Türsteher informieren:

Türsteher zu mir und meinem Onkel gewandt: "Seit ihr zwei alleine?"
Blick fest auf mein tiefblickend lassendes Chiffontop gerichtet.
Wir: "Nein." auf die restliche Meute bedeutend.

Er unterliess jedoch das Ende des Dialogs:

"Der kommt hier nicht rein." bedeutend auf Marilyn Manson.

Ich lache gequält. Werfe meinem Onkel aber gleichzeitig meinen berüchtigten: "Ichwerdedichtöten-Blick" zu.
Das Entleeren eines weiteren Schampusglases, liess mich meine Mordlust vergessen. Trotzdem war ich immer noch leicht angesäuert, weil ich einem der angesagtesten Clubs von Stuttgarts, weil ich mit einen Grufti unterwegs war (hallo?!) fern bleiben musste.

Mir wurde an diesem Wochenende aber so einiges klar:

Nie und nimmer möchte ich meine gestörte Familie gegen die meiner Cousine tauschen.
Ich und die Kirche werden kaum mehr Freundschaft schliessen.
Ich habe ein Problem mit Gruftis wenn sie mich am unbeschwerten Feiern hindern.
Ich plane wieder einen Trip (ohne Gruftis) nach Stuttgart.
Original deutscher Kaffee schmeckt beschissen.
Kinder werden an diesem Anlass zu reich beschenkt.
Ich werde für lange Zeit keinen Sekt mehr trinken.

So, nun sind meine Kopfschmerzen schon fast verschwunden und ich werde mein Schlafdefizit wieder wett machen.

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posted by Sophiemotion @ 20:56   0 comments
15.4.07
So war's doch gar nicht!....aber....

Es gab Zeiten in denen ich glaubte, mich immer und für alles rechtfertigen zu müssen.
Wie alles im Leben, hat auch dies ein Ende. Wenn ich mich heute dazu aufmache, meine Attitude oder Handeln zu entschuldigen, hat dem ein triftiger Grund vorzugehen.
Sollte ich Energie und Zeit darauf verschwenden, mit einem Juwelendieb darüber zu diskutieren, warum ich im Migro Restaurant Ketchup mitlaufen lasse? Früher hätte ich vermutlich ja gesagt, unterdessen erscheinen mir solche Debatten zu paradox.
Man kann es nun mal nicht allen recht machen, oder das letzte Wort haben. Also agiere ich zur bestmöglichen Zufriedenheit der Person, welche die Auswirkungen am stärksten zu spüren bekommt, und wie es der Zufall nun mal will, in den meisten Fällen betrifft es meine Wenigkeit.

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posted by Sophiemotion @ 20:32   0 comments
9.4.07
Idealität Realität?

Ich bin die Frau, die sich nie scheut, ihre Meinung zu äussern.
Ich bin die Frau, der es gleichgültig ist, ob sie mit ihrer Attitude aneckt.
Ich bin die Frau, die sich von nichts und niemandem einschüchtern, und schon gar nicht kommandieren lässt.
Doch bin ich auch die Frau, die sich nicht eingestehen will, wenn sie an ihre Grenzen stösst. Ratlosigkeit ist für mich gleich Unfähigkeit einen Entschluss zu fassen, nur ein Synonym, welches charmant Schwäche umschreibt. Immerhin habe ich sie in diesem Fall erkannt. Jetzt gilt es nur noch eine Lösung zu finden, aber wie? Schweigen und darauf warten, dass alles ohne ein Agieren meinerseits verfliegt? Eine weitere Nacht darüber schlafen? Oder mich dem Problem stellen, was todsicher mit einem Konflikt verbunden ist, welcher mir wiederum die schmerzende Wahrheit vor Augen hält, die ich so vergeblich zu ignorieren versuchen. Beide Optionen sind borniert:

Lege ich weiterhin das Verhalten, die Gesprächigkeit einer Salzsäure an den Tag, handelt jemand anderer, womöglich das Schicksal, und ob mir die sich daraus ergebenden Konsequenzen zusagen ist zweifelhaft. Vertraue ich auf mein Gefühl, riskiere ich, es irgendwann zu bereuen und mich zu fragen, was geschehen wäre, hätte ich damals anders reagiert.

Es sind wohl Dinge, welche ich nie verstehen werde.
Das menschliche Denken und Handeln, oder eben Abwarten.

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posted by Sophiemotion @ 18:28   1 comments
25.3.07
Disziplin ist alles,oder nicht?

Zwischenmenschliche Beziehungen. Sie werden auf die verschiedensten Weisen aufgebaut, dabei stellen der Zeitraum und die Absichten immer einen enormen Faktor dar. Manche ergeben sich, indem wir die Person irgendwo kennenlernen, schon auf den ersten Blick wissen, dass wir gemeinsam die Nacht verbringen werden, und sich unsere Wege danach wieder trennen.

Doch es gibt auch Situationen, in denen wir deren Wesen näher kennen lernen und eine intimere Beziehung aufbauen, ja uns auf eine feste Bindung einlassen.
Was aber, wenn keines von beidem zutrifft? Wir kennen uns zwar, sind aber kein Paar. Affäre? Wohl kaum, dazu müssten wir fast den Partner betrügen, der nicht existiert. Für einen One-Night-Stand ist es zweifellos zu spät. Eine Partnerschaft wird von mindestens einer Seite abgelehnt. Was tun wir also in solch einer Situation? Uns einfach unseren Empfindungen hingeben, in der Hoffnung, das richtige zu tun; oder der körperlichen Anziehungskraft Widerstand leisten, um die Chancen auf eine gemeinsame Zukunft nicht zu zerstören? No risk no fun. Das mag ja sein, aber lohnt sich dieser Spass denn auch, wenn die Konsequenz daraus einen riesigen Scherbenhaufen darstellt, bei dessen Beseitigung tiefe Schnittwunden hinterbleiben?

Ich denke Geduld kann manchmal eine Tugend sein, wenn man sie nicht zu lange walten lässt.

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posted by Sophiemotion @ 01:26   0 comments
26.2.07
Simply Me

ständig versuche ich perfekt zu sein.

bei der arbeit. bei der schulischen ausbildung. beim styling. beim körper. zu hause, für meine freunde und vor allem für mich. ich will nichts sehnlicher als bei allen keinen guten, sondern den perfekten eindruck zu hinterlassen. ich versuche mein ziel eine spitzen journalistin zu werden so krampfhaft zu erreichen, dass ich mich wahrscheinlich immer weiter davon entferne. hergott warum hab ich keine modellmasse? warum schnallt jemand anderes etwas schneller als ich?

ich weiss das alles, ich seh es ein dass es schwachsinnig ist. Warum tu ich’s dann bloss trotzdem?!


entweder alles oder nichts… momentan eben alles. es scheint mir augenblicklich kaum etwas schwerer zu sein, als ein gleichgewicht zwischen diesen komponenten herzustellen.

doch ich werds versuchen; einfach mal 5 grade zu lassen und mir selbst das recht erteilen menschliche schwäche und emotionen zu zeigen, eben nicht perfekt.

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posted by Sophiemotion @ 23:43   2 comments
18.8.06
Ein Mann ein Wort. Wenn es aber darauf ankommt, in kurzen, präzisen Sätzen eine Zusammenfassung abzuliefern versagen sie gnadenlos.
Männer wissen was richtig und was falsch ist. Also, ist doch für jederman/frau verständlich dass sie Entscheidungsschwierigkeiten haben oder?
Wenn sie bei einer wichtigen Diskussion teil nehmen, so kommt der Urinstinkt zum Forschein, und sie verstehen es ausgezeichnet ihren spärlichen Wortschatz nochmals um ein Vielfaches zu verringern und darauf zu beschränken irgendwelche Laute von sich zu geben, um zu signalisieren, dass sie nicht taubstumm sind.
Konfrontationen sind einfach nicht ihr Fachgebiet. Wobei bei der Jagd stehen sie doch auch ständig Auge in Auge mit ihrer Beute, im Kampf um's eiserne Überleben. Kann ein Gespräch wirklich schlimmer sein, als diese Situation?
So wie sie nunmal sind, denken die Angehörigen des stärkeren Geschlechts, dass ihr Ausweichmanöver besonders geschickt und von hohem intellektuellem Stand zollt. Hiermit verrate ich diesen Intelligenzbestien mal eine Kleinigkeit: Das ist ins Feuer gegossenes Öl.
Logisch, es braucht Flüssigkeit um ein Feuer zu löschen, aber nunmal nicht irgendeine Substanz, und vor allem zur rechten Zeit am rechten Ort. Ansonsten nimmt das Spektakel überdimensionale Formen an, und die Flammen werden sie verschlingen.
Frauen mögen es überhaupt nicht, wenn sie nicht ernst genommen werden, sei das nun von gleichgeschlechtrigen oder eben Männern. Leider gibt es immer noch viele Individuen der Gruppe "Testosteron" die dies genauso wenig verstehen wollen, wie 5 jährige Kinder wenn ihre Mutter ihnen kein Eis kaufen möchte. "Aber warum denn?" "Na darum Schatz, du hattest bereits eines". Genau Schatz, du hattest bereits die Möglichkeit mit mir über alles zu sprechen und etwas mit mir zu unternehmen. Nun, leider ist die nun dahin, und ich kann nicht mehr viel machen als zu sagen: C'est la vie. Au revoir, cheri!


© Sophie



inspiratet by petite étoile

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posted by Sophiemotion @ 23:43   0 comments
8.8.06

Noch 20 Minuten

Im Zug ereignen sich die seltsamsten Begegnungen, nur leider auch unerwünschenswerte.

Da kommt sie, setzt sich neben mich und beginnt fröhlich zu plaudern. Es ist eine alte Klassenkameradin, welche ich nie wirklich ausstehen konnte. Ich versuche mich abzulenken.

Noch knapp 15 Minuten.

Freundlich, unfreundlich sein, ihr versteht?
„Ja, kann sein. Interessiert mich nicht besonders.“
Bloss die Idee, einen neuen Sitzplatz aufzusuchen verdrängen. Da muss ich jetzt durch, auch wenn es wohl eine der anstrengenderen Konversationen wird.

Nur noch 3 Stationen

Endlich, sie weiss nicht mehr wie sie die Unterhaltung am Leben hält.
Sie wurde erstickt, wie eine Gazelle im Würgegriff einer Phyton, nur, dass es in diesem Fall eine Erlösung war.

Ja so stillschweigend nebeneinander sitzend, ohne jeglichen Blickkontakt, lässt es sich aushalten. Jeder für sich. Da ist sie auch schon, die eigens vorgesehene Haltestelle.
„Also dann, mach’s gut. Tschüss.“

Gut, so schlimm war’s nicht. Man ist um eine Erfahrung reicher. Nämlich, dass es immer Gründe gibt, warum wir mit manchen von uns, keinen innigen Kontakt pflegen (sollten).



© Sophie

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posted by Sophiemotion @ 13:42   0 comments
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